Veröffentlichungen

Jürgen
GÜRTZGEN, geboren 1944.
Seit September 1999 Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft
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Als neues Mitglied begrüßen wir sehr herzlich:
GÜRTZGEN, Jürgen:
Am Wald 75, 26897 Esterwegen, E-Mail: juergen@guertzgen.org; geb. am 5. November 1944 in Friedersdorf, Niederschlesien.
Gelernter Verwaltungsfachangestellter; war tätig bei der Bundesanstalt für Arbeit. 1994 erkrankt und seit drei Jahren Rentner; seit zwei Jahren im Rollstuhl. Erstes Hobby: Familienforschung (Geschäftsführer des von ihm gegründeten Familienverbandes mit jährlichen Familientagen). Zweites - entspannendes - Hobby: Anschauen, Sammeln und Entwerfen von Exlibris mit dem Computer. Beschäftigung mit Graphik seit etwas 30 Jahren. Interessen (außer Computer und Genealogie): klassische Musik, ältere Bücher; Behindertenhilfe.
Möchte an Exlibris sammeln, was "schön" ist, und hochwertige CAD-Exlibris auf schönen Papieren entwerfen.
Veröffentlicht
in den „Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft“ 1999 - 3,
Seite 92 ff
Man muss kein altgedientes Mitglied der DEG sein, um eine Exlibris-Ausstellung mit Erfolg zu organisieren. Das bewies Jürgen GÜRTZGEN aus Esterwegen im Emsland. Im September 1999 trat er der DEG bei (s. "Mitteilungen" 1999/3). begeisterte sich sofort für diese kleine Kunstform und deren Gestaltung per Computer, dem seit seiner Erkrankung treuen, professionell aufgerüsteten, "Weggefährten" Bereits am 12. Dezember organisierte er eine kleine, aber feine Exlibris-Ausstellung zum Thema Martin Luther in der erst vor wenigen Monaten erbauten Kirche gleichen Namens. Die Ausstellungseröffnung fand - unter Anwesenheit der örtlichen Presse nach dem Gottesdienst statt. Neben religiösen Motiven des polnischen Künstlers Andrzej BUCHANIEC aus Krakau gab es Exlibris zum Thema zu sehen, unterstützt durch Leihgaben von Eleonore STAIB und einen (ganzseitigen, reich bebilderten und von J. GÜRTZGEN dekorativ gerahmten) Zeitungsartikel über den großen Reformator von Birgit GÖBEL. Durch Plakatanschlag im Ort angekündigt und durch Informationszettel unterstützt, wurde diese erste Exlibris- Ausstellung in der Hümmling-Gemeinde Esterwegen aufmerksam angenommen.
Veröffentlicht
in den „Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft“ 2000 -
1, Seite 15
Untergang
der Exlibris-Kunst ?
Als „Frischling in der
Exlibris-Szene“ möchte ich heute eine Lanze für eine neue Technik in der
Exlibris-Kunst brechen. Auch will ich versuchen, über die Arbeit mit dem
Computer zu berichten. Oft höre ich die Bemerkung: CAD Exlibris sammle ich
nicht - oder - Ich sammle nur Originalgrafiken!“ Ich bin der Meinung, das
Information eben über die Art des Entwurfs und Drucks von CAD Exlibris Not tut.
Was
bedeutet nun CAD ?
CAD (Computer-Aided
Design) bedeutet wörtlich übersetzt: computergestütztes Zeichnen
oder vielmehr Konstruieren. Unter anderem wird CAD im Maschinenbau, in der
Elektrotechnik, im Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie in der Architektur
eingesetzt. Neuerdings greift diese Technik auch in die Erstellung von Exlibris
ein. Natürlich nicht ohne leichten bis mittelschweren Widerstand bei
„alten“ Exlibris-Sammlern oder Künstlern.
Was
braucht man für die Herstellung und den Druck eines CAD Exlibris ?
Zuerst natürlich einen Computer. So hätten
wir schon einen Teil der Hardware. Eine Tastatur und eine Maus sind beim Kauf
eines sogenannten Komplett-Systems immer dabei. Nicht immer ein Monitor, auch
nicht ein Drucker. Mit dem Monitor haben wir nun einen ganz wichtigen Teil der
Komponenten zur Herstellung von Exlibris und vor allen Dingen zur Arbeit am,
bzw. mit dem Computer. Gerade die Qualität und die Größe des Monitors sind für
die Arbeit am PC wichtig.
Komme
ich nun aber zum wichtigsten Teil des Computers für die Erstellung eines CAD
Exlibris - dem Drucker. Es gibt einige Möglichkeiten des Druckes, jedoch will
ich mich nur auf die beiden nachgenannten Druckertypen beschränken.
1.
Tintenstrahldrucker,
2.
Laserdrucker, in der Ausführung
auch als Colordrucker.
Tintenstrahldrucker sind heute schon
recht preiswert geworden. Die Qualität auch einfacherer Drucker ist nicht
schlecht. Sie haben insgesamt nur einen Nachteil, - das Druckerzeugnis ist,
solange kein spezielles Papier verwendet wird, nicht wasserfest. Nun, dieser
Nachteil ist für den Druck eines Exlibris nicht so wichtig. Was eigentlich von
größerer Bedeutung ist, sind die Druckkosten. Sie sind gegenüber dem
Laserdrucker um ein vielfaches höher. Um einen optimalen Ausdruck zu erreichen,
müssen nun auch speziell beschichtete Papiere verwandt werden. Diese lassen
dann aber auch den Druck fast in Fotoqualität zu.
Ähnlich verhält es sich mit dem
Laserdrucker. Jedoch ist dieser Druck absolut wischfest, da das Druckverfahren
ein gänzlich anderes ist. Laserdrucker sind in den letzten Jahren vom Preis her
erschwinglich geworden. Einzig der Farblaserdrucker ist in den
Anschaffungskosten noch sehr hoch (um 6.000,--DM). Hier ist aber, wie in allen
Computertechnischen Bereichen, mit der Senkung des Preises in den nächsten
Jahren zu rechnen.
Was ich hier aufführe sind Geräte,
die dem normalen Arbeiten mit dem Computer genügen. Arbeitet man dann schon
etwas professioneller, werden die betreffenden Hilfsmittel zur Erstellung eines
CAD Exlibris auch in der Anschaffung um ein vielfaches höher. Benutzt man zur
Erstellung eines Exlibris Scanner und einen guten Grafikstift, sehr gute
Grafikprogramme, können sich die Kosten für die Errichtung eines solchen
Arbeitsplatzes schnell auf 10.000,--DM bis 20.000,--DM belaufen.
Nun, der Werdegang ist nicht anders
als der eines „herkömmlichen“ Exlibris. Man erkundigt sich nach den
Vorstellungen des Eigners! Fragt nach seinen Hobbys, horcht ihn aus nach
eventuellen Lieblingsfarben. Verbindet die Vorbereitungen für die Erstellung
mit einem längeren Gespräch. So kommt man sich dann ganz langsam näher! Man
weis nun, will der Kunde ein Exlibris im Vollfarbendruck, - will er nur
schwarz/weiß! Welche Wünsche hat er hinsichtlich des Papiers. Gerade die
Papierauswahl ist sehr wichtig, - sie ist das A und O eines guten Exlibris.
Nun geht es an die Erstellung eines
Entwurfs. Die kann völlig unterschiedlich aussehen. Man kann sich sogenannter
ClipArts bedienen, die sich in großer Zahl in Grafikprogrammen befinden. Diese
ClipArts sind kleine Bilder, die man in ein CAD Exlibris eingliedern kann. Durch
Bildbearbeitungsprogramme kann man wiederum diese kleinen Bilder verändern. Sei
es in der Farbe, oder dass man Teile des Bildes wegnimmt, Teile aus anderen
Bildern hinzufügt oder Teile der Bilder in der Art verändert (verfälscht).
Die Maus oder den Grafikstift kann man genauso wie ein normales benutzen. Man
kann damit Werkzeug aus dem zeichnerischen Bereich handhaben. Man kann sie z.B.
als Bleistift, als Sprühdose oder als Flächenfüllwerkzeug radieren, wischen,
umwandeln. Dem künstlerischen Schaffen sind keine Grenzen gesetzt. Mit dem erwähnten
Grafikstift kann man den Andruck auf das Medium Papier steuern. Dünnste Linien,
- dicke Striche - lassen sich damit zeichnen. Das Ändern des Bildes in
ein Aquarell, in eine Kohlezeichnung, das Umwandeln in ein Negativ, alles das
ist mit dem Computer und guten Arbeitsprogrammen möglich. Man muss nur sein
Handwerkszeug bedienen können. Das unterscheidet sich in keiner Weise von der
Herstellung eines anderen Exlibris.
Arbeitet man dann auch noch mit dem
Scanner, er ist eine Art Kopiergerät für den PC, lassen sich auch eigene
Fotografien, Texte, Urkunden usw. in das Exlibris einfügen und durch die
unterschiedlichsten Computerprogramme auch wieder bearbeiten.
Hat man nun den ersten Entwurf
gemacht, kann ihn der Eigner begutachten. Änderungen gleich welcher Art können
fast ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden. Gefällt dem Eigner letztlich
der Entwurf, kommt es nun zum Druck. Hier können die vorher erwähnten
Drucktechniken einzeln oder auch in Mischform angewandt werden. Anschließend
erfolgt das Schneiden in die vom Eigner und vom Entwurf her festgelegte Größe.
Der
Preis eines CAD Exlibris ist niedriger als in vielen anderen Techniken. Er
richtet sich nach der Art des Druckes, nach der Papierwahl und dem gesamten
Aufwand. Der geringere Preis dieser Technik lässt zu, dass auch Eigner ohne
einen „dicken“ Geldbeutel sich einen Entwurf leisten können. Das wiederum
kann den Kreis der Mitglieder und Sammler dieser herrlichen kleinen Kunstwerke
innerhalb unserer Gesellschaft nur vergrößern.
Ein gut gefertigtes CAD Exlibris ist
ein Original. Nummerierte und signierte Exlibris werden nach Versand von der
Festplatte gelöscht und bleiben so in ihrer Art genauso einmalig wie jeder
andere Druck.
Das CAD Exlibris wird nie einen
Kupferstich, eine Radierung usw. ersetzen können. Ich hoffe jedoch, dass diese
Technik der Erstellung - des Entwurfs, des Druckes, eines Tages gleichberechtigt
neben allen anderen Techniken stehen wird.
Danken
möchte ich zum Schluss meiner Ausführungen dem Vorstand der Deutschen
Exlibris-Gesellschaft. Zur diesjährigen Jahrestagung in Wernigerode wurde der
Wettbewerb „CAD 2000“ aus der Taufe gehoben. Nun bleibt abzuwarten, was
Eigner, Künstler und Juroren aus dieser neuen Technik machen werden.
Veröffentlicht in den „Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft“, 2000 - 1, Seite 8 ff
Exlibris
von Heinrich PREUSS
Für
Kenner, Ästheten und Naturfreunde ist Heinrich PREUSS als
Exlibrisgestalter ein fest umrissener Begriff. Kürzlich legte nun der in
Esterwegen beheimatete Computerkünstler Jürgen GÜRTZGEN einen
umfangreichen und gewichtigen Katalog mit allen von Heinrich PREUSS
gestalteten Exlibris vor. Es gibt nur 30 nummerierte und signierte vorbestellte
Kataloge für 83 Euro.
118
Exlibris hat der in Walsrode schaffende Künstler im Zeitraum von 1976 bis 2002
gestaltet. Es sind vorwiegend mit seltener Akribie gestochene Kupferstiche, aber
auch sehr schöne Linolschnitte, oft im aufwendigen Farbdruck gestaltet. Sie
erfreuen den Betrachter in ihrer Einfachheit und Präzision. Als Themen tauchen
immer wieder Motive aus der Tierwelt, Landschaften und literarische Themen auf,
die PREUSS mit der im eigenen Sensibilität gestaltet. In seinem Domizil
in der Lüneburger Heide findet er seine Motive. Nicht selten erinnert er dabei
an seine verlorene Heimat in Ostpreußen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass
er den im Grauton Original-Linolschnittes gehaltenen Katalog-Umschlag das
Ostpreußen-Land mit Königsburg und Allenburg, seiner Geburtsstadt, einen
Blickpunkt verschafft hat.
Heinrich
PREUSS (69), Lehrer und Kunsterzieher im Ruhestand, fand 1976 den Weg zum
Exlibrisschaffen. Seine Vorliebe zum kleinen Format ist er bisher treu
geblieben. Nur wenige größer ausgefallene Exlibris gibt es, die vom
Auftraggeber gewünscht und vom Künstler umgesetzt wurden. Vorgesehen sind
Mappenwerke mit der Gestaltung alter Kirchen der Lüneburger Region.
Von
Jürgen GÜRTZGEN, der seine Computer-Technik für das Katalog-Werk
einsetzte, sind alle Exlibris in Originalgröße in guter Qualität
wiedergegeben. Es ist eine Freude in dem großformatigen Buch zu blättern und
so die kleinen graphischen Wunderwerke des Walsroder Künstlers zu genießen. In
der Druckerei von Ilse GÜRTZGEN wurde der Katalog in vorzüglicher Güte
hergestellt.
Lutz GRÖSEL, Chemnitz
Veröffentlicht in den „Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft“ - 2002-3 hier: Seite 76
Gedanken
zu dem neuen Buch von Jürgen GÜRTZGEN
Jürgen
GÜRTZGENs Leidenschaft ist die Beschäftigung mit Bucheignerzeichen und
deren kontroverser Gestaltung am Computer. Es ist hier nicht der Ort, die
Unterschiede der Arbeit mit Holz, Kaltnadel oder der Maus zu erörtern, aber
wenn man nicht allein die Technik, sondern vor allem das Resultat betrachtet,
gibt es sicherlich genau so viele schlechte Holzschnitte wie gekonnte
CAD-Arbeiten.
Die
neuesten Blätter GÜRTZGENs kommen in ungewöhnlicher Form daher. Seine
15 Blätter sind zunächst einmal freie Graphiken, also unabhängig von der
Person des Eigners. Zudem sind sie in einem Buch mit festem Einband
zusammengefasst, das in einer Auflage von nur 15 Exemplaren erschien und in
Lasercolor gedruckt wurde. Jedes Blatt ist zudem betitelt, datiert und
handschriftlich signiert. GÜRTZGENs Bilder treiben allesamt ihr
Vixierspiel mit der Wirklichkeit. Bruchstückhafte Bildinhalte werden
multipliziert, in vollkommene Symmetrie gebracht und in der Ordnung des
Kaleidoskops zum Ganzen vereint. Das Ergebnis dieses Verfahrens erscheint dem
Betrachter auf dem ersten Blick als bezaubernde, aber doch nur dekorative
Ornamentik.
Ist
man jedoch mit den versteckten Details in vielen Arbeiten Jürgen GÜRTZGENs
vertraut, dann nimmt man vielleicht die Lupe zur Hand und muss entdecken, dass
die Bruchstücke in den eindeutig erotischen Bereich verweisen und teilweise
sogar recht deftig sind. Die dekorative Oberfläche wird zum Tummelplatz der
Triebe, der betrogene Betrachter zum unfreiwilligen Voyeur, der sich an der
Grenze des Tabuisierten befindet.
So
wird das Buch Kaleidoskop der Lüste. 15 erotische Blätter zum Beleg dafür,
wie leicht wir uns vom Glanz der Oberfläche verführen lassen, um aber dann mit
Erschrecken festzustellen, dass wir in der Tiefe mit uns selbst konfrontiert
sind.
Inzwischen
gibt es in der oben beschriebenen Technik übrigens auch Exlibris, die – wie
das Buch – nicht nur für Sammler erotischer Arbeiten interessant sind.
Reinhard GRÜNER, Fürstenfeldbruck
Veröffentlicht in den „Mitteilungen der Deutschen Exlibris-Gesellschaft“ - 2002-3 hier: Seite 76 – 77